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OMNIA Nr. 16

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Juni 2020 – Ausgabe

Juni 2020 – Ausgabe #16 Leben – leben lassen Tanze, stampfe, rufe … was immer du befreien, bewegen möchtest! Tue es! Es ist für dich! Das Leben ist für dich! Tanze dein Leben unabhängig und wild! Fruchtträger, Geburtsapparat, Gebärmutterhöhle, der rote Palast, Schatzkiste, Goldstück, Ort des Empfangens … Darunter sind medizinische, persönliche und mythische Beschreibungen, die, wie ich finde, ganz treffend sind. Da kommt natürlich die Frage auf, was die Kraft der Gebärmutter und die Geschichte dazu ist. Naturgemäß gibt es Bereiche, zu denen Männer wenig oder gar keinen Zugang haben. Zum Beispiel zum Allerweiblichsten: der Menstruation. Menstruation bedeutet übersetzt Mondwechsel. Wenn wir das Wort Menstruation untersuchen, stoßen wir auf zwei Worte. Die Worte Men = Mond und Mensis = Monat gehören im Sanskrit zur Ur-Silbe Ma. Ma ist die urweiblichste Silbe. In den meisten Ländern der Welt ist die erste Silbe eines Kindes „Ma“, später „Mama“ für Mutter. Wenn wir zu Men und Mensis zurückgehen, gelangen wir zum Zyklus. Der Zyklus der Gebärmutter war das Maß der Frau. Aus diesem Maß heraus wurde gemessen, und die ersten Kalender – die Mondkalender – entstanden. Das Kommen und Werden wurde mit dem Rhythmus des Mondes verbunden. Dieses Wissen war früher sehr wohl bekannt. Aber im Laufe der Zeit war das tiefere Wissen darum nicht überall gewollt, denn der Gebärmutter und der Menstruationsenergie wohnen eine große Kraft inne. Gebären – Gebärmutter – Weltbild Tauchen wir in die Geschichte ein. Die Höhle galt bei den alten Völkern als Sinnbild der Gebärmutter bzw. als Schoß der Muttergöttin. In ihrem Inneren hütete sie die All – Ge-Bär – innen. Alles war mit ihr verbunden – die Tier- und die Menschenseelen. Eine Höhle wurde nicht einfach so betreten, man achtete sie und es gab verschiedene Vorgehensweisen oder Rituale, um sie zu betreten, und falls die Höhle eine Wohnstätte war, war es nochmals anders. Gleichzeitig wurden in der Höhle Zeremonien durchgeführt, und in vielen Höhlen geben Wandmalereien diese alten Kulte wieder. Wir wissen um die Naturbeobachtungen unserer Vorfahren und dass sie vieles davon abgeleitet und in ihren Alltag übernommen haben. So beobachteten sie, dass sich die Bären im Winter in eine Höhle zurückzogen und im Frühjahr mit Jungbären wieder herauskamen. Sie erkannten darin einen Wiedergeburtszyklus und sahen die Bären als Gesandte der Muttergöttin. Schließlich glaubten sie, die Erdgöttin könne sich in einen Bären verwandeln. Die Höhle wurde also ein Ort der Fruchtbarkeit, ein Ort des heiligen Gebärens. Damals gab es viele Kulte, so auch einen Bärenkult. Einer der ältesten Funde, die auf einen Bärenkult schließen lassen, wurde in der Drachenhöhle im Wildenmannslisloch in der Schweiz gemacht, er wird auf 70.000–100.000 Jahre v. Chr. datiert. Alte Schriftzeichen – BAR-Rune Die Schriftzeichen der alten Germanen bezeichnet man als Runen. Eine Rune kann für einen ganzen Begriff stehen. Eine davon ist die Bärenrune, die auch als BAR-Rune bekannt ist. Diese Rune steht für Geborgenheit und für Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt – ein einziges Zeichen von der Geburt bis zur Bahre. Ist es nicht interessant, dass es die Bärenrune ist, der diese Qualitäten zugesprochen wurden? Foto: Shutterstock 52

Verehrung Dieser Rückblick vermag die Kraft der Höhlen und der Gebärhöhle zu verdeutlichen. So entstand schon in Urzeiten ein ganz natürliches Verständnis dafür, dass die Gebärmutter, das Gebärende, heilig ist. Die Gebärmutter war die Schöpfung, der Kosmos. Zur Pflege dieses Kosmos gibt es seit jeher verschiedene Praktiken. Dabei muss man wissen, dass die weiblichen Geschlechtsorgane rhythmisch sind und dem Mondprinzip – Fertilität – und dem Venusprinzip – Frausein – zugeordnet werden. Die Frau braucht ab und zu einen Rückzug in ihre Höhle, um sich aufzutanken, zu pflegen und um sich rein seelisch zu nähren. Wertschätzung – weibliche Kraft Wann hast du dich selbst, deine weibliche Kraft und Energie zum letzten Mal wertgeschätzt? Mach es öfter! Begegne anderen Frauen mit Wertschätzung – egal, welcher Kultur sie entstammen. Wir Frauen sind alle Trägerinnen der weiblichen Kraft, ob wir geboren haben oder nicht. Der Respekt gegenüber dieser Kraft wurde uns vor Generationen genommen. In manchen Traditionen wurde dieses Wissen bewahrt, und wir können jetzt unsere Verbindung, die in uns ist, aufbauen und stärken. Die Gebärmutter Sie ist nicht nur ein Organ. Sie ist ein wahrer Transformator, ein Ort der Schöpfung und ein Speicherort von Energien. In frühen Kulturen wird die Gebärmutter auch nicht auf ihre Rolle als Fortpflanzungsorgan reduziert, sondern als das gesehen, was sie ebenfalls ist: ein Instrument der Wahrnehmung. Natürlich kann man an den Magen denken, wenn jemand etwas „aus dem Bauch heraus“ entscheidet, aber die sinnvollere Kandidatin sitzt einige Zentimeter tiefer. In alten Büchern wird beschrieben, dass sie das zweite „dritte Auge“ ist. Verbindet eine Frau sich mit der Gebärmutter, entsteht ein eigenes Kraftfeld und die Wahrnehmung wird geschärft. Nicht umsonst wird die Gebärmutter oft mit Augen dargestellt. Sie ist das Tor zu den Welten und zu den Ahnen. Jeder Mensch war in ihr und wurde durch sie in die Welt inkarniert. Gleichzeitig ist sie ein wahrer Energietransformator, und es findet ein regelrechter Austausch zwischen ihr und der Umgebung statt. Sie ist ein Netzwerk 53

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