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OMNIA Nr. 15

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Herzstück: Partnerschaft - Wie können wir glücklich gemeinsam leben?

Dezember 2019 –

Dezember 2019 – Ausgabe #15 Mädchen in der Frau und der kleine Junge im Mann, das ist unsere lebendige Vergangenheit, die in uns gespeichert ist. Jeder kann dieses Kind in Meditationen sehr genau kennenlernen. Und das, was das Kind gelernt hat zu glauben, steuert das Bewusstsein vieler Männer und Frauen auch dreißig, vierzig Jahre später noch. Erst wenn wir das eigene innere Kind wahrnehmen, verstehen und lieben lernen, beginnen wir, auch das Kind im Partner zu sehen und den Partner in seinem Verhalten zu verstehen, wenn er wieder einmal in die Gefühlslage seines inneren Kindes rutscht; egal, ob sie an ihm herummeckert oder er bockig auf stur schaltet. Nur ein Mensch kann dich glücklich oder unglücklich machen Es ist die Sehnsucht des Kindes in uns, das sich in der Kindheit nach der Liebe, Aufmerksamkeit und Wertschätzung der Eltern sehnte, aber nie wirklich „satt“ wurde von dem, was diese ihm geben konnten. Denn kaum eine Mutter und kaum ein Vater war wirklich glücklich und kaum einer von ihnen liebte sich selbst. Und so laufen heute noch Millionen von Menschen in der Welt mit der Hoffnung herum, dass jemand anders sie glücklich machen könne. Ein Irrtum, der zu schmerzhaften Enttäuschungen führen muss. Es gibt nur einen Menschen, der dich glücklich machen, und auch nur einen, der dich unglücklich machen kann, und das bist immer du selbst, auch wenn der Verstand das oft noch nicht einsehen mag. Für alles, was uns bisher in unseren Beziehungen widerfahren ist, dürfen wir liebevoll unsere Schöpferverantwortung übernehmen, und diese hat nichts mit Schuld zu tun. Jeder hat jederzeit sein Bestes gegeben und konnte (noch) nicht anders. Durch unsere Gedanken über uns selbst, über das Leben und über unsere Mitmenschen und besonders durch die Verstrickungen mit dem ersten Mann und der ersten Frau unseres Leben, dem Vater und der Mutter unserer Kindheit, haben wir auf meist unbewusste Weise unsere Erfahrungen in Beziehungen erschaffen. Diese Gedanken sind zum großen Teil verurteilend, herabsetzend und anklagend und führen in so vielen Menschen zu einem Opfer-Bewusstsein. Jeder Gedanke wie: „Er oder sie sollte …“, oder: „… hätte … sollen …“, setzt den anderen ins „Soll“ (statt ins „Haben“), das heißt in ein Schuldverhältnis; beziehungsweise er macht ihn zu einem „Täter“ und uns selbst zu einem „Opfer“. Und das Urteil: „Ich bin wohl beziehungsunfähig“, das in letzter Zeit oft gefällt wird, bedeutet nur, dass wir unser Herz noch verschlossen haben für die Liebe zu uns selbst, unserem Frau- oder Mann- Sein und zu dem Kind in uns mitsamt seinen Gefühlen wie Angst, Wut, Schuld, Scham und anderen. Wer sich selbst liebt, der entlastet seinen Partner Die Liebe zu uns selbst hat nichts mit Egoismus oder Narzissmus zu tun. Es ist schlicht die Haltung, das zu leben, was sich für unser Herz stimmig anfühlt, und für unser eigenes Wohlergehen die Verantwortung zu übernehmen. Diese Selbstliebe ist FÜR den Partner da und nicht gegen ihn gerichtet. Ja, sie entlastet in hohem Maße den eigenen Partner und die Beziehung. Wer sich selbst nicht liebt, sondern sich vor allem um andere kümmert, wie es Millionen von Frauen und Männer über Jahrhunderte vorgelebt haben, der wird mit den Jahren zu einer Belastung für seine Liebsten. Wie sehr würden sich heute viele wünschen, die eigene Mutter oder der Vater hätten in der Vergangenheit besser auf sich selbst geachtet und gut für sich gesorgt. Mit Mitte fünfzig sind diese Menschen selten weder glücklich noch gesund, die oft dachten oder sagten: „Wir tun das alles nur für euch!“ Kaum einer von uns hat in seiner Kindheit von den Eltern gelernt, dort „Nein“ zu sagen, wo sich etwas nicht stimmig und richtig anfühlt. Dies führt dazu, dass wir auch heute noch oft unser Herz verraten und dort „Ja“ sagen, wo das eigene Herz signalisiert: „Das hier stimmt eigentlich gar nicht für mich“. Dieser Verrat am eigenen Herzen bedeutet, dass wir uns selbst oft verlassen und uns um unsere tiefste Wahrheit betrügen. Wer so lebt, darf sich nicht wundern, dass er auch immer wieder von anderen verlassen oder „betrogen“ wird. Denn so wie du dich selbst behandelst, so wirst du auch von zumindest einigen anderen behandelt. Wer sich selbst nicht wertschätzt, nicht liebt, und wer sich seine Selbstverletzungen vergibt, dem begegnen andere in ähnlich liebloser Weise. 20

Nimm dir täglich eine Stunde, um mit dir allein zu sein Wer dem anderen ein bewusster, liebender und wahrhaftiger Partner sein will, der darf sich regelmäßig Raum und Zeit für sich allein nehmen, um seine Beziehung zu sich selbst verantwortungsvoll zu pflegen. Darum empfehle ich, sich täglich eine Stunde Zeit zu nehmen, um sich etwas „Nährendes“ zu gönnen, sei es ein kurzer Spaziergang, Zeit für ein Tagebuch, für ein anregendes Buch, eine Meditation, die Badewanne oder einfach für Stille und Besinnung ohne das Smartphone daneben. Nur wer immer wieder einen guten Abstand zum Partner sucht, kann sich ihm auch mit Freude immer neu und neugierig zuwenden und die Beziehung nähren. Auch die Pflege guter Freundschaften entlastet und fördert die Partnerbeziehung, denn mit einer guten Freundin oder einem wahren Freund lassen sich viele Dinge klären und das eigene Frauoder Mann-Sein nähren. Auf diese Weise entgehen wir dem größten „Liebeskiller“, der Gewöhnung, Routine und Erstarrung in einer Beziehung, die dann häufig als „gewöhnlich“ und langweilig empfunden wird und so oft scheitert. Robert Theodor Betz Robert Theodor Betz, Dipl.-Psychologe, ist einer der bekanntesten Psychologen, Seminarleiter, Speaker und Autoren im Bereich der psychologischen und spirituellen Lebenshilfe im deutschen Sprachraum. Seit über 20 Jahren auf seinem Weg, trifft er jährlich live über 25.000 Menschen in Vorträgen und Seminaren. Seine Wahlheimat ist die griechische Insel Lesbos, wo er seit 18 Jahren Urlaubsseminare und Ausbildungen durchführt. Mehr Infos: robert-betz.com Lesetipp Dein Weg zur Selbstliebe Mit Mut zur Veränderung deine eigene Wahrheit leben Von Robert Betz Gräfe & Unzer, mit Audio-CD, APP E 17.99 21

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