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OMNIA Nr. 15

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Herzstück: Partnerschaft - Wie können wir glücklich gemeinsam leben?

Dezember 2019 –

Dezember 2019 – Ausgabe #15 Das Wissen, dass wir beide Qualitäten ins uns tragen, sie anwenden können und sie uns immer zur Verfügung stehen, gibt uns die Kraft zu handeln. Es bereitet sicherlich auch Freude und viel Spaß, aber diese Qualitäten sind männlich, und ein Ausgleich ist notwendig, damit das Weibliche Raum erhält. Manchmal kann man die Dinge auch nicht mit dem Verstand erfassen, sondern muss sie erfühlen, mit dem Herzen begreifen. Dieses Beispiel zeigt auch deutlich, dass eine Frau wie eine Frau aussehen kann, aber ist sie deshalb in ihrer entsprechenden Kraft? Und beim Mann ist es ebenso. Weibliche Prinzipien sind Empfangen, Hingabe, Passivität, Ruhe und Intuition. Männliche Prinzipien sind Zielgerichtetheit, Aktivität, Bewegung, Wachstum und Analytik. Beide Kräfte sind gegensätzlich, und beide sind bei Frau und Mann gleichermaßen vorhanden – und dennoch ist das Energiesystem eben für Frau und Mann jeweils speziell ausgerichtet. Energieaufnahme und Energiekreislauf Der wesentliche Unterschied besteht darin, wie die Energie generiert wird. Frauen erhalten die Kraft von der Erde, von unten. Mit ihrem monatlichen Zyklus ist die Frau ganz natürlich mit der Natur und den Mondrhythmen verbunden. Ihr Energiezentrum ist die Gebärmutter, es ist also dort, wo alles Leben entsteht. Die Kraft von der Erde steigt in ihrem Energiesystem von ihren Füßen durch ihren Körper nach oben, passiert dabei die Gebärmutter und verteilt sich weiter. Frauen erfüllt es, wenn sie Liebe weitergeben können. Männer erhalten ihre Kraft vom Himmel. Die Energie fließt von oben nach unten und nährt den Mann. Eine Sammelstelle bei ihm sind die Hoden, und die Energie wird weitergeleitet, wenn das Sperma abgegeben wird. Männer brauchen Dynamik, Bewegung und Aktivität und geben gerne ihre Stärke der Welt. Stehen Mann und Frau in Verbindung, fließen beide Kräfte und es findet ein Austausch statt. Zeitenwende Jahrtausendelang wurde das männliche Prinzip gelebt und dadurch die weibliche Kraft unterdrückt. Wenn wir in die Geschichte gehen, wissen wir, wie es um den Wert einer Frau zu Zeiten des Mittelalters bestellt war. Schauen wir uns die Gegenwart an, so sind Frauen auch heute in manchen Ländern nicht gleichberechtigt. Die Betrachtungsweise, dass nur Frauen unterdrückt werden oder wurden, ist für mich allerdings zu einseitig, denn auch Männern wurden Zwänge auferlegt und sie wurden in Abhängigkeiten geführt. Sie waren es, die in den Krieg ziehen und kämpfen mussten. Auch gab es Zeiten der Leibeigenschaft für Mann und Frau. Das Verfügen über das menschliche Leben als Besitz zieht sich über den ganzen Erdball. Einige wenige in der Oberschicht hatten bestimmte Privilegien und Freiheiten. So richtig frei zu sein – dafür haben sich Frauen und Männer auf der ganzen Welt eingesetzt, und die Früchte davon können wir heute ernten. Gerade aufgrund der Dominanz des Kämpferischen sowie aufgrund der Machtbesessenheit einiger weniger in der Vergangenheit konnten Frauen und Männer ihre weiblichen Anteile nicht leben. Sie haben diese Qualitäten unterdrückt und abgespalten. Vielleicht sogar, um so das eigene Leben zu schützen. Dafür mussten sie einen großen Verlust ertragen, der bis in die Gegenwart reicht. Denn so wurden sie von ihrer eigenen, inneren Ganzheit entfernt. Im Patriarchat wurde nicht nur den männlichen Qualitäten der Vorzug gegeben, es wurde auch die natürliche Verbundenheit von Geist und Materie durchtrennt. Der Geist (Spirit, Gott, Himmel) wurde höher gestellt und die Materie (Erde, Sexualität) wurde abgewertet. Der Bibelspruch „Macht euch die Erde untertan“ ist ein gutes Beispiel für diese Einstellung. Daraus entstand die Illusion des Getrenntseins und des Nicht-verbunden-Seins mit allem, was ist. Dazu kam die Dominanz der männlichen Aspekte, die sich in den Werten der Gesellschaft widerspiegelt: schneller, höher, weiter, gepaart mit analytischem Denken, der Wissenschaft, dem Zwang zu ständigem Wachstum, dem Primat der optimalen Zielerreichung und unbedingten Macht. Die weiblichen Prinzipien hatten da wenig Raum, und der Respekt und die Wertschätzung ihnen gegenüber gingen verloren. Ruhe, Intuition, Hingabe, Geduld ... wurden nicht als Stärke erkannt. Doch Foto: Shutterstock - © Petra Hinze 12

durch diese Einseitigkeit baute sich über Jahrhunderte ein Ungleichgewicht in der Gesellschaft und zwischen Mann und Frau auf, welches es nun zu heilen gilt. Dabei sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen, denn sie haben beide Qualitäten in sich. Heilungswege Das Universum ist auf Balance ausgerichtet. Daher ist es an der Zeit, dass Frauen und Männer sich auf Augenhöhe begegnen. Ein erster Schritt ist, sich selber zu achten und zu ehren und beide Energien – männlich und weiblich – in uns anzunehmen, denn daraus sind wir erschaffen. Das Wissen, dass wir beide Qualitäten ins uns tragen, sie anwenden können und sie uns immer zur Verfügung stehen, gibt uns die Kraft zu handeln. Wenn beide in Balance sind, entsteht Harmonie in uns, die wir dann nach außen ausstrahlen. Frauen und Männer tragen generationsübergreifende Verletzungen und tiefe Ängste in sich. Sich gegenseitig zu bekräftigen und zu ehren kann viel bewirken. Dabei ist es auch wertvoll, einmal alle gesellschaftlichen Rollenklischees und die eigenen Vorbilder und Eltern für sich selbst zu überprüfen. Jeder Mensch versucht stets das Beste. Wir sind nicht in den Schuhen unserer Vorfahren gelaufen, aber manchmal tragen wir deren Last, weil sie ihre Energie unbewusst an uns übergeben haben. Diese Energieverbindungen dürfen wir trennen. Auch dürfen wir uns fragen, welche Energie wir von unserem Partner übernehmen oder übernommen haben und ob wir dadurch vielleicht mehr männliche oder mehr weibliche Anteile in uns in Resonanz bringen. Das bringt uns aus dem Gleichgewicht, und auch hier dürfen wir Harmonie herstellen, indem wir die Energie zurückgeben. Eine Familienaufstellung kann hier sehr hilfreich und unterstützend sein. Die Heilung der Vergangenheit besteht darin, die Ängste zu überwinden, und das bedeutet, dem weiblichen Prinzip im Mann und in der Frau Raum zu geben. Wenn wir den Zugang zu unseren Gefühlen haben, können wir die Verbindung zu unserem Inneren aufnehmen und die seelischen Wunden hei- len. Ein Vergebungsritual kann hier viel Energie befreien. Rituale öffnen einen Raum zwischen den Zeiten, und alleine die Kraft der Zeremonie bewirkt eine Änderung im Energiemuster. Mit der Ratio kann man es nicht erklären, da hier andere Gesetze wirken, die der Energie. Ich möchte erwähnen, dass von Männern heute viel verlangt wird. „Ein ganzer Mann sein“, das hören wir oft. Dabei hat ihnen meist ein männliches Vorbild gefehlt. Viele unserer Väter und Großväter sind ohne Vater aufgewachsen, oder dieser war traumatisiert. Wie ist ein Mann? Schaue nach den männlichen Qualitäten, sicher entdeckst du dich dabei. Ein Mann kann seine männliche Kraft kultivieren, indem er sich Männerkreisen anschließt, die zu ihm passen und ihm Kraft geben. Bei Frauen haben sich Frauenkreise schon etabliert, denn es war ihnen schon immer bewusst, dass sie gestärkt aus ihren Reihen hervorgehen, wenn sie sich untereinander wohlfühlen. Aber die größte Kraft der Heilung ist die Liebe: die Herzen zu öffnen, sich gegenseitig zu vertrauen, den Schmerz rauszulassen, ihn zuzulassen und sich zu verbinden. Die Wege der Heilung können sehr unterschiedlich sein, doch beginnen zu laufen müssen wir selbst. Petra Hinze Petra Hinze ist Heilpraktikerin und Schamanin mit eigener Praxis in Berlin. Sie ist spezialisiert auf Frauenheilkunde und altes Wissen. Sie gibt Kurse und Seminare in Berlin und in der Schweiz und organisiert Frauen-Wochen in der Toskana. Einmal jährlich führt sie eine Reisegruppe nach Russland. Mehr Infos: petra-hinze.de, abenteuer-frau.de 13

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