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OMNIA Nr. 11

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August 2018 – Ausgabe

August 2018 – Ausgabe #11 Depression 62

NATUR RAUM Die schwarze Nacht der Seele Foto: Shutterstock - © Dr. Angelika Maaser Kaum eine andere Krankheit greift den Menschen so sehr in den Grundfesten seines Seins an wie die Depression und die damit verwandten Störungen. Auf der anderen Seite aber fordert auch kaum eine andere Krankheit einen derartig starken Impuls des ganzen Menschen, sich ihr entgegenzustellen, und bietet damit die Chance für eine umfassende Neuordnung des eigenen Seins. Die Zahl depressiver Erkrankungen und ihrer verwandten Störungen wie chronischer Stress, Erschöpfung, Burn-out, Angststörungen etc. steigt seit Jahren an. Vor allem in den westlichen Industrienationen, in denen es wenige existenziell bedrohliche Infektionskrankheiten gibt, nimmt das psychische Leiden der Bevölkerung immer mehr zu. Zwanzig Prozent aller Menschen dort machen einmal im Leben eine depressive Episode durch, vier Millionen Menschen sind allein in Deutschland an Depressionen erkrankt. Psychische Störungen sind heute der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit, aber auch für Frührente und Berufsunfähigkeit. Dabei ist die Zahl der diagnostizierten Depressionen bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern. Das mag zum einen daran liegen, dass Frauen tatsächlich häufiger erkranken, zum anderen weisen sie aber insgesamt eine höhere Sensibilität für derlei Störungen auf und suchen öfter und früher medizinische Hilfe. Aber Ärzte neigen auch dazu, bei einem ähnlichen Spektrum der Symptome häufiger eine Depression zu diagnostizieren als bei Männern. Sind bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in der pharmakologischen Behandlung Frauen das verkannte Geschlecht, kehrt sich das bei der Depression möglicherweise um: Die Symptome von Männern, die sich eher in Aggression oder Sucht äußern, werden nicht erkannt, sodass ihnen statt Behandlung und Heilung oft nur ein Ausweg zu bleiben scheint – die Suizidrate bei Männern ist drei Mal höher als bei Frauen. Gab es früher die Entität einer sogenannten „endogenen Depression“, einer Schwärze, die gleichsam vom Himmel fiel, dem Menschen unerklärlich schien und ihn in Hoffnungslosigkeit versinken ließ, so gibt es heute vielfältige, differenzierte Ansätze, die Ursachen einer Depression zu ermitteln. Leider jedoch bleiben die Vertreter der einzelnen Fachrichtungen, die sich mit Seele und Körper beschäftigen, meist getrennt. Die Ursachen einer Depression liegen häufig im Seelischen und gründen in den Lebensumständen und der Biografie. Sie manifestieren sich jedoch im Leib, und aus diesem müssen sie auch wieder gelöst werden, damit der Mensch heilen kann (siehe Abbildung). Die heutige moderne Welt mit ihrer Reizüberflutung und hohen Stressbelastung gerade auch bei der Arbeit (entfremdete Tätigkeit, wenig Belohnung, wenig persönliche Motivation) sowie zurückliegende seelische Belastungen (traumatische Erfahrungen oder Bindungsstörung in der Kindheit und deren Unterdrückung über Jahre hinweg) führen häufig über den Weg einer chronischen Erschöpfung oder eines Dr. Angelika Maaser: „Diese Bilder von Gold und Johanniskraut lieben meine Patienten sehr. Ihnen wird beim Anblick gleich wohler.” 63

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