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OMNIA Nr. 11

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August 2018 – Ausgabe

August 2018 – Ausgabe #11 Mehr als nur Wasser Vom Volksglauben und der Naturverehrung Foto: Shutterstock 28

Wenn wir an Wasser denken, ist es wie ganz selbstverständlich, dass dieses flüssige Element in den meisten europäischen Haushalten aus den Wänden fließt. Es steht uns zum Kochen, Waschen, Duschen, Baden, Reinigen, Gießen und für vieles andere mehr zur Verfügung. In unseren Geschäften können wir die verschiedensten Wassersorten mit oder ohne Sprudel, sogar angereichert mit Mineralien oder natriumarm kaufen. Ja, wir wissen sogar, dass siebzig Prozent Wasser und dreißig Prozent Erde unseren Planeten ausmachen, nicht umsonst sagt man zur Erde „der Blaue Planet“. Selbst wir Menschen bestehen zu siebzig Prozent aus Wasser, Neugeborene sogar zu fünfundneunzig Prozent. Wasser steht für alles, was feucht ist und fließt. Es kann seine Form je nach Druck und Temperatur verändern. Es zeigt sich als Tropfen, Nebel, Dampf, Eis, Graupel, in fließenden oder stehenden Gewässern. Ebenso kann es salzig, süß, warm, kalt, klar oder trüb, sauber oder verschmutzt sein. Eine besondere Art ist das Fruchtwasser, in dem wir alle einmal gewesen sind. Ohne Wasser kein Leben, denn nur wo dieser kostbare Schatz vorhanden ist, gibt es Entwicklung und Fortschritt. Wasser ist unglaublich flexibel und kann sich den Gegebenheiten anpassen. Gleichzeitig ist es zerstörerisch, mit einer unglaublichen Macht ausgestattet, man denke nur an einen Tsunami. All das war unseren Vorfahren bewusst. Wasser ist der Urstoff allen Lebens. Diese lebensspendende Kraft war heilig. Besonders Quellen und Brunnen wurden kultisch verehrt. Überall auf der Welt gibt es eine Vielzahl an schriftlichen und mündlichen Überlieferungen, die diesen Glauben untermauern. Zickzack- oder Wellenlinien sind als Zeichen für Wasser bekannt. Die Neandertaler nutzten die symbolischen Wellenlinien bereits vor circa vierzigtausend Jahren. Im Laufe der Zeit kamen viele neue Symbole hinzu wie der Buchstabe M, fortlaufende Spiralen, Kelche und so weiter. Manche Wasserbehälter kennzeichnen Wassergottheiten – weibliche oder auch männliche –, wobei Archäologen herausgefunden haben, dass die Göttin selber das wasserspendende Gefäß darstellt. Kult bei den Kelten Einen besonders aufwendigen Wasserkult betrieben die Kelten. Sie verehrten das fließende Wasser wie Bäche, Ströme und Flüsse. In ihnen sahen sie den ewigen Fluss aller Dinge, von der Wandlung zur Verwandlung allen Lebens, der Welt und des Kosmos. Das fließende Gewässer war der reale Lebensfluss, und die Seen oder Meere verkörperten das Sammelbecken aller Lebensmöglichkeiten, worunter sie den Tod verstanden. Somit versinnbildlicht das Wasser den Kreislauf von Leben und Tod zugleich – die lebensspendende und lebenszerstörende Macht im zyklischen Wechsel. Namen und Ursprung Flussnamen beinhalten oft topografische Informationen oder geben Hinweise darauf, wie das Wasser herabfließ, ob der Fluss breit oder mächtig ist, oder welche Farbe das Wasser aufweist. Im einst keltischen Gebiet wurden auffällig viele Flüsse allerdings nach Göttinnen benannt. In Österreich ist die Personifizierung der Donau erhalten, vielerorts Frau Isa, Frau Wasser genannt. Inge Resch-Rauter wies nach, dass eines der ältesten vorindoeuropäischen Wörter das Wort Isa = Wasser ist. Heilige Orte: Quellen Quellen wurden als heilige Orte verstanden. Wo sie entsprangen, wurden sie dankbar begrüßt. In Griechenland, wo Wasser früher vielerorts selten war, verzierten zu späteren Zeiten Löwenköpfe oder Masken die Röhren und 29

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