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OMNIA Nr. 2

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Mai 2016 - Ausgabe #02

Mai 2016 - Ausgabe #02 Foto: Shutterstock genug Freiraum zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft brauchen. Ist dies gegeben, werden sie zu wichtigen Säulen des gesamten Systems. In der Aufstellung, was Zweitgeborene in der Gesellschaft bewirken, zeigte sich, dass sich diese Menschen weniger mit der Gesellschaft verbunden fühlen als Erstgeborene. Zweitgeborene gehen vermehrt ihren eigenen Wünschen und Ideen nach. Sie sind Meister der Diplomatie und haben oft die Muse, sich künstlerisch zu betätigen. So verbunden mit sich selbst, sind sie ein Gewinn für unsere Gesellschaft. Im Märchen ist es das letztgeborene Kind, das als das Schönste, das Klügste und oftmals das gütigste Kind gilt, das weit weg von zu Hause Wandlung, Entwicklung und Belohnung erfährt. Bei der Frage, welchen Gewinn die Gesellschaft durch die Letztgeborenen hat, zeigte sich, dass deren entspannte Haltung, den Mitmenschen nützt. Sie müssen nicht Führer sein, sich nicht beweisen, sie wollen einfach dazugehören. So entspannt gelingt ihnen wie im Märchen manch´ guter Zug. Während unserer Arbeit zeigte sich deutlich: Jedes Kind, das in die Familie hineingeboren wird, verändert das System. Jeder Patz im Familiensystem ist speziell und hat im Ursprungssystem seine Richtigkeit und seine Aufgabe. Wie jeder Platz der Gesellschaft nützt, so hat jeder auch seinen Preis. Die Familie wirkt nachhaltig über diese Reihenfolge nach außen. Betrachtet man die Wirkung der Familie auf die Gesellschaft, lässt sich feststellen, wie in den Familien die Kinder auf ihren Plätzen in der Geschwisterfolge erzogen werden, so beeinflussen sie später die Gesellschaft. Unser Wissen, um diese unterschiedlichen Plätze im System, ermöglicht uns, Kinder als eigenständige Lebewesen mit unterschiedlichen Herausforderungen wahrzunehmen und zu fördern. Viele Rivalitäten, Konkurrenzkämpfe und Konflikte könnten wegfallen. Die Kinder wären in der Lage, ihre Stärken besser auszuleben und einfacher in den Status „mündige Bürger“ hineinzuwachsen. Die Suche nach dem richtigen Platz würde sich verringern oder ganz wegfallen. Gleichzeitig wirkt die Gesellschaft auf die Familie. Verhält sich die Öffentlichkeit der Familie gegenüber wertschätzend und wohlwollend, erzeugt dies positive Resonanz. Es wird erstrebenswert, Familien zu gründen und mehrere Kinder zu haben. Die Erziehung der Nachkommen und das Leben in der Familie wären vorrangig. Immer wieder erleben wir durch die Gesellschaft doppelte Botschaften. Auf der einen Seite hören wir: „Die Familie ist die Keimzelle des Staates“, was soviel heißt wie, „Wir werden gebraucht, wir sind wichtig, ohne uns geht es nicht.“ Gleichzeitig steht dieser Wichtigkeit weder eine finanziell noch eine verbal honorierte Aufwertung gegenüber. So geraten wir alle in einen schwächenden Kreislauf. Hier setzen die Erkenntnisse aus den Aufstellungen an. Stärkend für den Einzelnen ist der eingenommene Platz in der Geschwisterfolge. Kann ich als erstes, zweites oder drittes Kind in der Familie meinen Platz mit all seinen Vor- und Nachteilen leben, gehe ich gestärkt mit all meinen Ideen in die Welt hinaus. Ich erfahre die Unterschiede zu meinen Geschwistern als Bereicherung und nicht als Konkurrenz. So gelingt es mir, aus der Familie heraus, aktiv in der Gesellschaft mitzuwirken und sie aktiv mitzugestalten. Marion Seidl-Hofbauer 28

Mein Platz Erste/r sein, auf dem Thron sitzen, Vater und Mutter für sich alleine haben Erste/r sein, nach außen: Vorreiter für alles Neue sein, kämpfen, der/die Große sein, Erste/r sein, nach innen: verantwortungsvoll, die Kleineren beschützen, umsichtig sein, der/die Große sein, Erste/r sein Zweite/r sein, den Ersten herausfordern, Vater und Mutter teilen müssen, Zweite/r sein, nach außen: es dem Ersten nachmachen, beschützt und kreativ den Weg gehen, Zweite/r sein, nach innen: zur Kooperation veranlasst, dem/der Großen hinterher, Zweite/r sein Jüngste/r sein, dabei sein wollen, von allen Aufmerksamkeit bekommen, Jüngste/r sein, nach außen: vorgekämpfte Wege vorfinden, viele Möglichkeiten haben, sich entscheiden müssen, Jüngste/r sein, nach innen: vertrauensvoll den Großen nachgehen, auf sich selber achten, die/der Kleine sein, Jüngste/r sein 29

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