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OMNIA Nr. 14

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September 2019 –

September 2019 – Ausgabe #14 Sich heil schreiben Was Journale und Erfolgstagebücher gemeinsam haben, und warum Schreiben eine Methode der Selbstheilung ist. Was wolltest du schon immer über dich selbst wissen? Schreibst du Tagebuch? Dann kennst du schon die magische Kraft des Schreibens. Sich den Tag von der Seele zu schreiben, bringt einen schneller zur Ruhe. Gleichzeitig öffnet sich der Geist für neue Perspektiven und Möglichkeiten, die nicht selten nach dem Schreiben oder am Morgen danach einfach da sind. Ähnlich verhält es sich mit den derzeit so beliebten Erfolgstagebüchern. Hältst du deine erzielten Erfolge des Tages – mögen sie auch noch so klein sein – am Abend vor dem Einschlafen schriftlich fest, so gibst du ihnen die Chance, sich in deinem System zu verankern. Die ganze Nacht träumst du davon, und in Zukunft fallen dir noch mehr Erfolge zu. Erfolg ist das, was folgt („er-folgen“). Viele Menschen beginnen auch den Tag mit Schreiben. „Journaling“ hilft der inneren Ausrichtung. Du hältst dabei schriftlich fest, was du dir von Herzen wünschst – für den Tag und für dein Leben. Das heißt, du formulierst deine Ziele jeden Morgen neu, dabei verändern sich nur die Tagesziele, denn die mittel- und langfristigen Lebensziele werden einfach wiederholt, um noch tiefer ins Unterbewusstsein einzudringen. Zusätzlich schreibst du auf, wofür du schon jetzt dankbar bist. Damit verstärkst du deine Emotionen gegenüber dem, was du bereits erreicht hast, und bestätigst so deinem Unterbewusstsein deine Erfolgsstraße. Warum helfen schriftliche Aufzeichnungen dabei, Ziele zu erreichen? Ganz einfach: Eine Niederschrift ist der erste Weg in die Materie, und du bist Autor und Zeuge. Das Wort Autor stammt vom lateinischen „auctor“, was so viel bedeutet wie „Schöpfer, Urheber, Förderer, Veranlasser“. Du kreierst also deine eigene Realität, indem du die Dinge aufschreibst, und es ist egal, ob dein Fokus in die Zukunft, in die Vergangenheit oder in die Foto: Shutterstock 74

Gegenwart fällt. Dementsprechend ist Schreiben auch eine einfache Methode, alle Situationen, Themen, Begegnungen, die der Heilung bedürfen, selbstständig aufzuarbeiten. Verstärkt wird das Ganze, indem du die Notizen handschriftlich erstellst. Um dein Leben zu verändern, brauchst du im Grunde nicht mehr als ein Blatt Papier, einen Bleistift und deine Absicht, dich für eine bestimmte Zeit einem bestimmten Thema zu widmen. Im Buch „Das Trauma von der Seele schreiben“ zum Beispiel erzählt Stephan Konrad Niederwieser davon, wie er selbst schreibend seine Kindheit aufgearbeitet hat. Das tat er zunächst ganz unbewusst, denn er schrieb einfach gerne. Erst viel später spürte er, dass dadurch seine Vergangenheit immer leichter auf seinen Schultern lastete. In den 1980er Jahren begründete der amerikanische Psychologe James W. Pennebaker die Methode des „expressiven Schreibens“. Pennebaker sieht darin eine Möglichkeit, Traumata zu bearbeiten und zu transformieren. Wichtigste Kriterien sind eine kurze Schreibdauer und dass man schreibt, ohne darüber nachzudenken. Optimal sind zum Beispiel drei bis fünf Tage pro Thema und eine Dauer von zehn bis dreißig Minuten am Tag. Pennebaker stellte fest, dass Seele und Körper positiv auf die Schreibtherapie reagieren. Zum Beispiel nahm das Stressempfinden bei den Probanden ab, der Blutdruck und der Puls senkten sich, die Herzfrequenzvariabilität erhöhte sich, das Immunsystem wurde stärker, Muskelverspannungen ließen nach. Obwohl man nach dem Schreibprozess vielleicht eher traurig gestimmt ist, macht die Schreibtherapie langfristig glücklicher. Die Probanden litten weniger unter negativen Gedankenkreisen, Depressionen klangen ab, sie wurden ruhiger, ausgeglichener. Er beobachtete sogar, dass das Sozialverhalten verbessert wurde, da Schreibende offener auf andere zugehen und positivere Aussagen im Gespräch tätigen. Verändert Schreiben wirklich das Verhalten? – Ein Versuch mit Arbeitslosen, die über die Hintergründe ihrer Arbeitslosigkeit schreiben mussten, zeigte, dass die Hälfte der Probanden nach acht Monaten wieder einen Job gefunden hatte. Aus der Kontrollgruppe, die nicht geschrieben hatte, waren es nur zwanzig Prozent. Der Schreibprozess bringt also nicht nur neue Sichtweisen zu einem Thema. Energetisch betrachtet durchlichtet sich das Thema, die Zwischenräume öffnen sich, in denen sich Neues zeigen und schlussendlich den Raum einnehmen kann. Was brennt dir auf der Seele? Eine Methode zur Selbstheilung Schreibend kannst du also jedes Thema für dich selbst, aber auch in Begleitung durch einen Schreibtherapeuten aufarbeiten. Wenn du dich an die wenigen Regeln des expressiven Schreibens hältst, dann geben sie dir einen guten Rahmen, um eigenständig bestimmte Themen anzugehen. Dazu gehört zunächst die richtige Vorbereitung. Finde für dich selbst eine ideale Zeit in deinem Tagesablauf, in der du dich dem Schreiben widmest. Kreiere ein Ritual für dich, das dich zur Ruhe kommen und dich bei dir selbst einkehren lässt. Vielleicht machst du dir eine Tasse Tee und zündest eine Kerze an. Schaffe dir einen Raum, in dem du dich wohlfühlst und der dem Schreiben gehört. Stelle sicher, dass niemand deine Texte lesen kann, und überlege dir, wo du sie verwahren wirst. Du legst dir deine Stifte und deinen Block zurecht und schaltest alle möglichen Störquellen wie Handy oder E-Mail-Accounts ab. Nimm ein Extrablatt für allfällige Notizen, die dir beim Schreiben in den Sinn kommen. Finde ein Signal für dein Unterbewusstsein, dass du nun mit dem Heilschreiben beginnst. Vielleicht schlägst du eine Klangschale an, oder du zeichnest ein Symbol auf dein Papier. Nun notiere dir in Stichworten, wie es dir geht („steifer Nacken, angespannt, gedankenschwer“, „keine Lust zum Schreiben, 75

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