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OMNIA Nr. 14

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September 2019 –

September 2019 – Ausgabe #14 Foto: Shutterstock - © Rolanda Gasser 24

in meinem Körper hinterlassen hatte. Die permanente, subtile Anspannung fiel ab, meine Gedanken wurden auch langsam frei. Dann erst setzte die Zeit der tiefen Entspannung ein. Sich treiben lassen. Nichts tun. Im Hier und Jetzt sein. Herrlich! Wie war das Heimkommen? Wir hatten ein Angebot, eine Kitesurf-Schule in Brasilien zu übernehmen, und überlegten, ob wir es tun sollten. Allerdings haben wir uns dann wieder an die Qualitäten zu Hause erinnert – Sicherheit, Sauberkeit, ein geregeltes Leben – und sind zurückgekommen, weil wir diese Dinge sehr zu schätzen gelernt haben. Wir sind beide wieder in unseren Berufen tätig. Allerdings habe ich nach der Weltreise eine Ausbildung zur Haar- und Hautpraktikerin gemacht und arbeite heute als ganzheitliche Naturfrisörin nur noch mit natürlichen und biologischen Materialien, bin alleine in meinem Geschäft und liebe es, richtig Zeit für meine Kunden zu haben. Hast du die Reise absichtlich für einen Neuanfang genutzt? Nein, das war so weit nicht der Plan. Aber vor der Reise spürte ich schon meine Grenzen, denn mein Körper begann auf die Chemie und deren Dämpfe zu reagieren. Oft hatte ich Kopfschmerzen und andere Symptome, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, und musste mich hinlegen. Ich spürte, dass das keine lebenslange Option für mich war. Auf der Reise hatte ich genügend Zeit, mir alles zu überlegen. Ich liebe meinen Beruf und bin den Haaren verfallen, deshalb suchte ich nach einer Möglichkeit weiterzumachen, nur eben anders. Würdest du die Reise wieder machen? Ja, auf jeden Fall! Es war eine unglaubliche Bereicherung für mein Leben! Wir haben viel erlebt, mit unendlich vielen Eindrücken und Geschichten. Die Beziehung mit meinem Partner ist auf einer anderen Ebene noch viel tiefer geworden, und das obwohl wir bei der Abreise schon 22 Jahre zusammen waren. Mein Leben ist heute in vielen Dingen viel entspannter als vorher. Ich bin ausgeglichener, und doch muss ich aufpassen, dass ich mich nicht von der Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft anstecken lasse. Heute frage ich mich oft, ob ich etwas wirklich brauche. Meine Freunde in Brasilien zum Beispiel machen Siesta, wenn sie die nötigen zwei Dinge am Tag verkauft haben, die sie zum Überleben brauchen. Das läuft bei uns schon ganz anders. Aber was braucht man wirklich, um glücklich zu sein? – Ich denke, diese Frage darf sich jeder selbst einmal beantworten, allerdings ein kleiner Tipp von mir: Oft liegt die Antwort im „simple way of life“! Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich durch unsere Reise gewonnen habe, ist, dass die wichtigen Dinge im Leben, wie Gesundheit, Familie, Freunde und Liebe, nicht mit Geld zu kaufen sind. Vielen Dank für das Interview und von Herzen alles Gute! Rolanda Gasser ist ganzheitliche Naturfrisörin. Sie lebt und arbeitet in Bregenz am Bodensee. Ihre Leidenschaften sind das Kitesurfen, Reisen, Yoga, die Mitarbeit bei der Wasserrettung, Mantrailing mit ihrem Hund Sam und ihre Familie. 25

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