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Omnia Nr. 13

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März 2019 – Ausgabe

März 2019 – Ausgabe #13 Hoffnung, mein bester Freund Hoffnung ist mein Leben Hoffnung bedeutet zu siegen Hoffnung bedeutet Leben 50

NEUE PFADE E ine Story vom Leben und vom Tod und darüber, wie man den Krebs und schwere Erkrankungen oder Schicksalsschläge besiegen kann. Leider gibt es keine Garantie, für nichts im Leben. Foto: Shuterstock Wenn man Leistungssportler ist, dann macht man sich selten Gedanken um seine Gesundheit. Man geht einfach davon aus, dass alles gut läuft. So war es bei mir auch. Ich ging ganz beschwingt zum Routine-Check. Das bedeutet, ein wenig Blutentnahme, und das war es. Meine Ärztin lud mich ein, ein 3D-Ultraschallgerät zu testen. Wieso nicht? Da ich selber Medizin studiert hatte, wusste ich so einiges, aber leider nicht alles. So ein 3D-Gerät gab es damals nämlich noch nicht. Sehr beunruhigend, teilte sie mir mit, dass „da“ wohl etwas wachse, sie aber nicht die Pferde scheu machen wolle und mich bitte, morgen wiederzukommen. Erst dachte ich bei mir: „Die Nacht wird bestimmt unruhig werden“, aber dem war nicht so. Es stand nichts fest, also blieb ich auch ruhig. Ich redete mir ein, dass alles in Ordnung sei und es auch keinen Grund gebe, sich Sorgen zu machen. Und wieso auch ich? Ich bin doch fit. Fühle mich pudelwohl. Alles nur falscher Alarm. Gute Grundeinstellung zum Leben und zu allem. Am nächsten Morgen allerdings stand ich wieder in der Praxis, und ihre Miene verfinsterte sich zunehmend. Das Etwas war über Nacht circa einen Zentimeter gewachsen, und das nicht nur an einer Stelle. Es war aber „nur“ ein Wachstum, Konkretes könnte man erst nach einer Biopsie sagen. Das war der Moment, in dem ich aktiv wurde. Ich rief in der Klinik an, wo ich gelernt hatte, und vereinbarte sofort einen Operationstermin. Zwei Tage später lag ich auch schon auf dem Tisch. Vorbeugend stimmte ich zu, dass die Galle entfernt werden könne, wenn es dort einen Primärtumor geben würde. Innerhalb der zwei Tage machte ich mir auch keine Sorgen, sondern war weiter positiv gestimmt. Doch nach dem Erwachen aus der Narkose sah meine Welt plötzlich vollkommen anders aus. Leber- und Gallentumor, als Primärherd die Gallenblase. Diese wurde gleich prophylaktisch entfernt. Sowas braucht man auch nicht wirklich. Ausgestattet mit meinem schwarzen Humor, würde ich sagen, auf meinem Grabstein steht ab sofort: „Unvollständig zurück“. Einen gewissen Streuungseffekt gab es auch schon. Wobei es eigentlich hieß: Organbefall. Ich durfte dann nach Hause unter der Vorgabe, mich in den nächsten Tagen zu melden, damit überhaupt noch eine „lebenswerte Zeit“ zu erreichen sei. Die anerkannte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross hat mich zu meiner Medizinerzeit schon sehr beeindruckt. Jetzt kam mir das zugute. Sie spricht von dem Nicht-erkennen-Wollen. Ich, ausgerechnet ich? Wieso? Weshalb? Warum jetzt? Dem Nicht-begreifen-Wollen folgt dann das Nicht-begreifen-Können. Und das endet in einem extremen Fight, ähnlich einem Boxkampf. Ohne dass es dabei je einen Sieger geben wird. Der Sieger ist derjenige, der jetzt den Krebs zu seinem besten Freund macht und ihn – so wie Ich – fragt: „Was willst du von mir? Sage mir doch einfach, was du willst?“ Redet mit eurem Freund, dem Krebs, wie man mit einem guten Freund oder einer guten Freundin eben so redet. Ganz einfach, oder? 51

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