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Omnia Nr. 13

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März 2019 – Ausgabe

März 2019 – Ausgabe #13 Balis Hohepriesterin Ida Resi Alit „Weißt du, ich wollte nie Hohepriesterin werden. Aber es ist mein Schicksal.“ Ich erinnere mich noch gut an unsere erste Begegnung vor fünf Jahren. Damals saß mir eine junge Frau in der traditionellen Tracht der Brahmanen, der obersten Kaste der Hindus, gegenüber. Sie wirkte ernst und würdevoll und älter, als sie eigentlich war, denn sie zählte damals gerade einmal siebenundzwanzig Jahre. Doch wenn sie lächelte und ihre Worte mit ausdrucksstarken Gesten untermalte, sah ich ein junges Mädchen vor mir. Ida Resi Alit erzählte mir die Geschichte einer jungen Frau aus einfachen Verhältnissen, aus einem kleinen balinesischen Dorf. Es war ihre eigene Geschichte. Sie wurde am 14. März 1986 im Dorf Demulih in der Nähe der Kleinstadt Bangli in Balis Zentralprovinz geboren und erhielt den Namen I Komang Wediantari. Nichts deutete in ihrer Kindheit auf besondere Gaben oder eine ausgeprägte Spiritualität hin. Ganz im Gegenteil. I Komang Wediantari hatte nicht vor so zu leben wie ihre Eltern und Verwandten, die Bauern oder kleine Handwerker waren. Sie wollte in die Stadt, raus aus dem Dorf, und etwas aus sich machen. Nachdem sie im Jahr 2005 die Schule abgeschlossen hatte, war es ihr größter Traum, zu studieren. Doch die dafür notwendigen finanziellen Mittel vermochte ihre Familie nicht aufzubringen. So entschloss sich die junge Frau, zunächst eine Arbeit anzunehmen, um damit ihr Studium zu finanzieren und vielleicht sogar ihre Familie zu unterstützen. Die Arbeitssuche führte sie weit über Balis Grenzen hinaus bis nach Bintan, zu einer kleinen Insel in der Nähe von Singapur. Doch so sehr sie sich auch mühte, es gelang ihr nicht, eine Anstellung zu finden. Monate vergingen, und im November 2006 war sie schließlich gezwungen, unverrichteter Dinge in ihre Heimat zurückzukehren. Die ständigen vergeblichen Bemühungen und die zahllosen Enttäuschungen forderten nun ihren Tribut, denn I Komang Wediantari verfiel in eine tiefe Depression. Ihr Großvater, der Dorfpriester Manku Bawe, machte sich zunehmend Sorgen um das Wohlergehen seiner Enkeltochter. Wenn es in weltlichen Dingen nicht gut um sie stand, so würde sie doch vielleicht im Spirituellen Halt und neuen Mut finden?, so dachte er sich. Er fasste den Entschluss, sie in Yoga und Chakra-Meditation zu unterrichten. Diese Idee stieß jedoch zunächst auf wenig Gegenliebe. Die Meditationen langweilten die junge Frau, die noch immer von Studium und Beruf in der Stadt träumte. Doch nach einiger Zeit sollte sich ihre Situation dramatisch verändern. Während einer Meditation fühlte I Komang Wediantari ihr völlig unbekannte Energien in sich aufsteigen, und sie begann, Mantren zu rezitieren, die sie vorher nie gehört, geschweige denn gelernt hatte. Dieses Ereignis markierte den Beginn ihres spirituellen Erwachens. Die junge Frau, welche vorher nie ein Interesse an spirituellen oder religiösen Themen gezeigt hatte und der Hindureligion ihrer Vorfahren nur darum folgte, weil es eben Tradition war, machte nunmehr regelmäßig außerkörperliche Erfahrungen und entwickelte eine direkte, Foto: © Tomas Ritter 40

NEUE PFADE Ida Resi Alit «Lasst alles zu, und dann lasst es los.» 41

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